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MÜNCHEN. Bayern zündet die nächste Stufe seiner KI-Offensive: Der Freistaat startet die Entwicklung eines eigenen, europaweit einmaligen KI-Basismodells. Mit der Blue-Swan-Plattform soll zukünftig ein leistungsfähiges Angebot für Wissenschaft und Wirtschaft nach europäischen Standards zur Verfügung stehen. Grundlage dafür ist eine neue Generation von Hochleistungsrechnern, die parallel vertraglich auf den Weg gebracht wurde.
Wissenschaftsminister Markus Blume betonte bei der Vorstellung des Projekts in München: „Mit der Entwicklung eines eigenen KI-Basismodells schlagen wir das nächste KI-Kapitel auf und gehen einen einzigartigen Weg: Wir bauen eine eigene, vertrauenswürdige Plattform aus KI-Modellen mit zentralen Anwendungsfeldern wie Gesundheit und Robotik. Wir setzen dabei auf die Stärken des bayerischen KI-Ökosystems und vielversprechende Entwicklungen, die unser Leben ein Stück besser machen können. Damit die notwendige Rechenleistung zur Verfügung steht, investieren 54,5 Millionen Euro in KI-Hochleistungsprozessoren – mehr als jedes andere Bundesland. Hinzu kommen 28 Stellen für Nachwuchswissenschaftler.“
Neuer Weg für KI-Modelle
Im Rahmen eines landesweiten Calls wurden aus 94 Bewerbungen Forschungsgruppen ausgewählt, die gemeinsam an der Entwicklung des Modells arbeiten. Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften bilden so ein bayernweites Innovationsnetzwerk. „Bayern prägt einen neuen Weg für KI-Modelle: Die Blue-Swan-Plattform denkt in Fähigkeiten, ist multimodal angelegt und folgt dem Grundsatz von Open Source. Das Wichtigste dabei: Sie ist echte Team-Arbeit. Gemeinsam mit elf Hochschulen und 48 führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickeln wir ein KI-Basismodell, das es in dieser Form noch nicht gibt. Dieser Weg ist einmalig“, so der Wissenschaftsminister. Die wissenschaftliche Gesamtkoordination liegt, wie Wissenschaftsminister Blume bekannt gab, bei Prof. Björn Ommer (LMU München) und Prof. Wolfram Burgard (TU Nürnberg), die das Projekt gemeinsam mit ihren Teams steuern und weiterentwickeln. Unterstützend ist auch die Bayerische KI-Agentur eingebunden.
Breite wissenschaftliche Allianz für das KI-Basismodell
Inhaltlich konzentriert sich die Arbeit zunächst auf zwei zentrale Schwerpunkte: Im Cluster „Health“ entwickeln führende Expertinnen und Experten aus KI, Medizin und Lebenswissenschaften multimodale Modelle, die unterschiedlichste Datenquellen zusammenführen – von medizinischer Bildgebung über klinische Informationen bis hin zu Biosignalen. Ziel ist es, Krankheitsmechanismen grundlegend besser zu verstehen und Diagnostik sowie Therapie auf ein neues Niveau zu heben. Im Cluster „Robotics and Perception“ entsteht die Grundlage für eine sogenannte „embodied AI“, bei der Wahrnehmung und Handlung verschmelzen. KI-Systeme sollen ihre Umgebung nicht nur analysieren, sondern aktiv in ihr agieren – sicher, präzise und robust, von der Objekterkennung bis hin zu komplexen autonomen Abläufen.
Ergänzt werden die beiden Schwerpunkte durch weitere Projekte, die Querschnittsfragen der KI adressieren – etwa den Umgang mit Unsicherheit, die Qualität von Daten und die zuverlässige Anwendung generativer Modelle.
Für die Entwicklung wurden Forschungsgruppen an folgenden Hochschulen ausgewählt:
FAU Erlangen-Nürnberg
TU München
LMU München
TU Nürnberg
JMU Würzburg
OTH Amberg-Weiden
HaW Ansbach
TH Augsburg
HaW Coburg
HaW München
OTH Regensburg