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Die Technische Universität München (TUM) entwickelt gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) eine KI-Lösung, die digitale Tatorte künftig intelligent analysieren kann. Ziel des Forschungsprojekts ist es, 3D-Tatortmodelle nicht nur zur Visualisierung zu nutzen, sondern mithilfe Künstlicher Intelligenz gezielt nach Beweismitteln und räumlichen Zusammenhängen zu durchsuchen.
Bereits heute erstellt das BLKA aus hunderten oder tausenden Fotos detaillierte 3D-Rekonstruktionen von Tatorten. Die neue KI-Technologie soll diese digitalen Zwillinge um interaktive Analysefunktionen erweitern. Ermittlerinnen und Ermittler können künftig beispielsweise nach bestimmten Gegenständen wie Messern oder Kleidungsstücken suchen oder sich alle potenziell relevanten Objekte automatisch anzeigen lassen.
Die Forschenden entwickeln dafür KI-Methoden zur automatischen Objekterkennung, Klassifizierung und Inventarisierung. Langfristig sollen verschiedenste Spuren – von Gegenständen bis zu räumlichen Informationen – in einem gemeinsamen virtuellen Tatort zusammengeführt werden. Dadurch lassen sich Zusammenhänge zwischen Objekten, Positionen und möglichen Tatabläufen schneller erkennen und nachvollziehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der effizienteren Verarbeitung großer Bildmengen. Eine neu entwickelte Methode erkennt automatisch Fotos ohne zusätzlichen Informationsgehalt und reduziert so den Rechenaufwand bei der Erstellung der 3D-Modelle. Darüber hinaus arbeitet das Forschungsteam an KI-Funktionen zur Analyse von Sichtlinien und räumlichen Beziehungen, etwa um zu überprüfen, welche Bereiche eines Raumes von bestimmten Standorten aus sichtbar waren.
Die entwickelten Verfahren sollen schrittweise in die Arbeitsabläufe des Bayerischen und Hessischen Landeskriminalamts integriert werden. Perspektivisch könnte die Technologie den Einsatz digitaler Tatortzwillinge deutlich vereinfachen und künftig sogar die mobile Erfassung von Tatorten per Smartphone unterstützen.